Film über den Jugendtreff »Prienayou«
Als Erstes wurde den Elternbeiräten der sieben Priener Schulen ein Film über den Jugendtreff »Prienayou« präsentiert, der zeigte, welche Möglichkeiten die Jugendlichen dort vorfinden. So z. B. Tischfußball, Billiard, ein Boxsack, Tischtennis sowie ein Musikraum, der mit vielen Instrumenten ausgestattet ist. Zudem wird gemeinsam gekocht und gegessen. Wie das Gemeindeoberhaupt mitteilte, sei noch Platz vorhanden. Interessierte könnten einfach vorbeikommen. In diesem Zusammenhang informierte der Erste Bürgermeister Andreas Friedrich, dass es geplant sei, einen Caritas-Kreis zur Sensibilisierung der Eltern für den Medien- und Drogenproblematik ihrer Kinder zu organisieren.
Jugendreferentin
Danach informierte die Gemeinderätin Rosi Hell über ihre Arbeit als Jugendreferentin. Der Jugendrat treffe sich sieben bis acht Mal im Jahr. Sie hätten beim Ramadama sowie an einem Austausch mit der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig teilgenommen. Zudem hätten sie eine Umfrage unter der Priener Jugend gestartet, aus deren Rückmeldungen sich die neuen Fußballtore am Bolzplatz ergeben hätten. Seit 2017 würden sie zudem die Beach Bar organisieren. Auch Ausflüge und Freizeitaktivitäten gehörten zum Programm. Sie appellierte an die Teilnehmer, die Infos bezüglich der anstehenden Neuwahl im März an die Schüler weiterzugeben.
Patenprojekt
Anschließend informierte der Koordinator des Patenprojekts Konrad Bachhuber über seine Arbeit, die an der Franziska-Hager-Schule sowie beim Förderzentrum Kampenwandschule angesiedelt sei. Insgesamt würden 23 ehrenamtliche Paten Schüler gegen Ende ihrer Schulzeit unterstützen, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden. Da viele Jugendliche keine oder falsche Vorstellungen vom Berufsalltag haben, würden sie ihnen Praktikumsplätze und Betriebsbesichtigungen vermitteln. Zudem würden sie bei der Bewerbung helfen. Darüber hinaus sei es ihre Aufgabe, ihnen Disziplin beizubringen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Mit sieben Paten sei Prien die größte Gruppe im Landkreis. Die Paten würden dafür eigens geschult, auch hinsichtlich der Suchtproblematik, so Bachhuber, der diese Tätigkeit nach elf Jahren nun beendet und sich ehrenamtlich der Begleitung von behinderten Kindern widmet. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich dankte ihm für sein großes Engagement.
Berufsberatung
Danach informierte der Berufsberater Michael Niedermaier, dass der Arbeitsmarkt eher schlecht laufe. Es gebe 24 Prozent weniger Lehrstellen als im Vorjahr. Seine Beratung, die er im Logistik-Kompetenz-Zentrum anbiete, werde von den Jugendlichen eher zögerlich angenommen. Zudem würden sich die Eltern wenig kümmern, auch, wenn Kinder Probleme mit ihrem Medien- oder Drogenkonsum hätten. Es zeige sich, dass diese sich nicht lange konzentrieren könnten. Die Eltern stünden in der Pflicht, sie aktiv zu erziehen und Grenzen zu setzen.
Jugendsozialarbeit
Dann kam die Jugendsozialarbeiterin der FHS Sabine Starost zu Wort, die dort seit Dezember eingesetzt ist. Seither kämen rund 30 Schüler zwei- bis dreimal pro Woche zu ihr, um über ihre Probleme zu Hause, mit Freunden, Drogen, schlechten Noten und die anstehende Berufswahl zu reden. Verhaltensregeln würden nicht eingehalten und die Konzentration sei maximal für 20 Minuten möglich. Um deren Umgang untereinander zu optimieren, biete sie ein Sozialkompetenz-Training an.
Jugendbeamte der Polizei
Danach berichtete der Jugendbeamte Christian Pfaffinger über seine Arbeit. Er agiere präventiv sowie repressiv bei der Strafverfolgung. Die Straftaten von unter 14-Jährigen, die noch nicht strafmündig seien, würden ansteigen. Es gehe auch um das Setzen von Grenzen, das eigentlich die Aufgabe der Eltern wäre. Diese würden öfters als früher ihren Erziehungsauftrag immer weniger wahrnehmen und dies oft den Lehrern überlassen. Um aufzuklären, würden sie in die Klassen gehen und spielerisch Respekt und Achtung sowie Diebstähle und dessen Folgen vermitteln. Sein Kollege Markus Heinze-Wagenführer ergänzte, man müsse die Eltern in die Pflicht nehmen, den Medienkonsum vor allem bei den Sechstklässlern zu begrenzen. In diesem Alter stelle dies mehr eine Gefahr dar als es nutze.
Handynutzung
Zudem sei es den Wenigsten bekannt, dass das Verbreiten von Fotos verboten ist, so Heinze-Wagenführer. Sollten pornografische Inhalte gepostet werden, müsse man sofort seine Abneigung zeigen, sonst mache man sich strafbar. Eltern dürften dieses Bildmaterial auf keinen Fall anfordern, denn damit würden die Kinder verbotene Inhalte verbreiten und die Eltern anschließend im Besitz von verbotenen Inhalten sein. Sein Rat sei es, dem Kind das Handy nicht zu schenken, sondern es zu leihen. Dann könne es sich nicht auf seine Privatsphäre berufen. Grundschüler sollten auf keinen Fall ein Handy bekommen, wenn überhaupt, dann erst ab der fünften Klasse. Sollten Eltern zur Sicherheit eines ausgeben wollen, dann ein reines Mobiltelefon und kein Smartphone mit Kamera und Internetzugang. Eltern sollten grundsätzlich die Inhalte auf dem Handy prüfen. »Das ist keine Kontrolle, sondern Schutz«, so Heinze-Wagenführer.
Wünsche und Anfragen
Claudia Luft von der Waldorfschule berichtete über ihre Handyboxen. Die Kinder seien durch die Abgabe des Handys am Morgen wesentlich konzentrierter. Sigrun Schuster von der Chiemsee Realschule beklagte die Verkehrssituation nach Schulschluss, ausgelöst durch die Elterntaxis. Sie bat um mehr Kontrolle seitens der Polizei. Das Gemeindeoberhaupt versprach eine verstärkte Verkehrsüberwachung. Nathalie Kastenhuber von der gleichen Schule bemängelte, dass gegenüber der Schule ein Automat mit E-Zigaretten stehe. Dieses sei dem Jugendamt bereits gemeldet worden, antwortete das Gemeindeoberhaupt. Da der Automat eine Altersbeschränkung habe, könne man leider nichts machen. Tanja Kühnlein von der Kampenwandschule berichtete, dass ein Minderjähriger in einem Geschäft Alkohol kaufen konnte. Pfaffinger bat, in solch einem Fall die Polizei konkret über das betreffende Geschäft und die genauen Hintergründe, Abläufe und Personalien zu informieren, damit man eingreifen könne.
Übergabe Weihnachtsspende
Wie jedes Jahr seit 2008 überreichte das Gemeindeoberhaupt jeder Schule einen Scheck in Höhe von 200 Euro als Weihnachtsspende, den diese unkompliziert für Schüler beispielsweise für eine Schulfahrt oder Ähnliches einsetzen können.